Digitales Radio an Bord

DAB spielt auch im MBC die erste Geige beim Autoradio: Das digitale Radio sorgt nicht nur für exzellenten Sound, sondern auch für Zusatzinformationen auf dem Display.
Digitales Radio an Bord

Wer kennt das nicht: Der Nachrichtensprecher im Radio kommt langsam, aber sicher zum Schluss, er ist schon bei den Wetterprognosen, dann hören Sie noch «Verkehrsmeldungen von Radio DRS» – und plötzlich sind Sie im Tunnel. Quälend langsam ziehen die Zahlen auf den Notausgangstafeln an Ihnen vorbei, endlich ist das Licht am Ende des Tunnels zu sehen – und aus den Lautsprechern quillt Musik anstelle der ersehnten Verkehrsmeldungen.

Solche Situationen kennt jeder. Sicher: Am Anfang des Tunnels steht vielleicht noch eine Tafel mit dem Hinweis, auf welcher Frequenz Radio DRS im Loch zu empfangen ist – aber wer ist schon in der Lage, bei Tunneleinfahrt am Frequenzwähler herumzukurbeln, bis der Sender wieder hörbar ist.

Radio ist, CD hin, MP3 her, immer noch ein analoges Medium. Gut zu hören ist das auf UKW-Sendern: Je nach Störeinflüssen werden sie lauter und leiser, und unter so mancher Hochspannungsleitung verschwindet selbst das «Echo der Zeit» im Knistern.

Ganz anders ist das bei DAB, dem «Digital Audio Broadcasting»: Die Radiosignale werden digital ausgestrahlt. Das bedeutet, dass ein DAB-Empfänger im Auto entweder den Radiosender empfangen und entschlüsseln kann oder nicht. Zwischenstufen mit Rauschen und Knistern gibt es nicht. Die Chance, dass Sie einen Sender empfangen, ist viel grösser als beim analogen Radio: Auf einer Sendefrequenz haben nämlich zehn digitale Sender Platz.

Störende Signale, wie sie etwa Hochspannungsleitungen aussenden, werden vom digitalen Empfänger ausgefiltert. Musik (oder Nachrichten) ertönen immer in derselben Qualität aus den Lautsprechern im Radio. Ganz anders als der UKW-Empfänger reagiert das digitale Radio auch auf die Vervielfachung der Radiosignale durch Hindernisse. Wirft ein Gebäude das Radiosignal zurück,

wird das UKW-Signal durch die Überlagerung schwächer. Das DAB-Signal dagegen wird stärker. Auch die UKW-typische Überlagerung von Sendern auf dem Frequenzband gibt es nicht mehr. Sie hören immer nur einen Sender aufs Mal.

Neben dem eigentlichen Audiosignal in CD-Qualität kann ein DAB-Sender auch Zusatzinformationen übertragen – ganz ähnlich wie der Teletext beim Fernsehen. Das Angebot an Zusatzinformationen ist von Sender zu Sender unterschiedlich. Die Palette reicht vom blossen Songtitel über Nachrichten und Verkehrsmeldungen in Textform bis zum Bild des Plattencovers.

Haben Sie DAB-Empfang?

Noch ist nicht die ganze Schweiz digital erschlossen: Derzeit können etwa 60 Prozent der Bevölkerung digital Radio hören. Ob Sie zu Hause einen DAB-Empfänger aufstellen oder ob Sie auf Ihrem Arbeitsweg vom DAB-Angebot profitieren können, das lässt sich per Internet überprüfen. Auf der Schweizer DAB-Seite finden Sie einen Anfrageservice (siehe Link unten): Geben Sie Ihre Postleitzahl ins Onlineformular ein und drücken Sie die Eingabetaste. Auf der nächsten Seite sehen Sie, ob der Sendemast in Ihrer Nähe DAB ausstrahlt und welche Radiosender Sie empfangen können http://www.dab-digitalradio.ch/?lang=de&;c=distr

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