Sicher unterwegs

Datensicherheit ist im Büro und zu Hause schon ein grosses Thema. Unterwegs gilt es, noch vorsichtiger zu sein. Denn abgesehen vom kommunen Hacker, droht auch ganz brachial Gefahr von Dieben aller Art. anthrazit zeigt, wie der MBC Daten unterwegs sicher macht – und was Sie unterwegs für Ihre Datensicherheit tun können.
Sicher unterwegs

Unter Sicherheitsexperten gibt es den Spruch vom sicheren Computer: Das ist ein Computer, der in einer schwarzen Box eingesperrt ist, ohne jeden Zugang von aussen, und der an einem sicheren Ort aufbewahrt wird. So gesehen, ist ein Rechner im Auto das genaue Gegenteil eines sicheren Computers: Denn der Autocomputer muss relativ leicht zugänglich sein, weil er auch während der Fahrt bedienenbar sein muss, und er ist im Auto, also unterwegs auf der Strasse. Und die Strasse ist bekanntlich alles andere als ein sicherer Ort.

Natürlich lässt sich ein Auto mit Alarmanlage und anderen autotechnischen Finessen vor «unberechtigtem Zugriff» schützen. Das dürfte aber nicht verhindern, dass sich ein Langfinger einen günstigen Moment zunutze macht – und es schützt nicht vor Schaden im Fall eines Unfalls.

Im Auto stehen deshalb, abgesehen von den üblichen Vorkehrungen zum Schutz vor Diebstählen, zwei Aspekte im Vordergrund: Zum einen müssen Sie sich vor Datenverlust schützen, und zum anderen müssen Sie Ihre Geräte vor unberechtigtem Zugriff schützen. Schutz vor Datenverlust heisst, dass Sie keine Daten verlieren, auch wenn Sie Ihr Notebook verlieren. Die Lösung ist einfach, in der Praxis unterwegs aber manchmal mühsam: Erstellen Sie von veränderten Daten immer ein Backup. Je nach Systemkonfiguration geht das ganz einfach und automatisch über die Netzwerkverbindung mit Ihrem Büro. Wenn Sie einfach ein paar Texte bearbeitet haben und sie lokal speichern, geht das weniger gut. Für diesen Fall geben wir Ihnen auf Seite 43 einige Tipps.

Schutz vor unberechtigtem Zugriff heisst, dass ein Dieb keinen Zugriff auf die Daten hat, auch wenn er sich längere Zeit ungestört mit Ihrem Notebook beschäftigen kann. Das bedeutet, dass Sie Ihren PC oder Ihren Mac so einstellen müssen, dass der Benutzer nach dem Aufstarten ein Passwort eingeben muss. Das ist aber nur ein erster Schritt. Hacker hält das kaum von Ihren Daten ab, wenn sie Ihr Notebook auf den Knien haben. Wichtige Daten sollten Sie deshalb auf Ihrem Notebook verschlüsselt ablegen. Dafür gibt es im Handel einige Tools, darunter etwa SafeGuard oder DriveCrypt. Verschlüsseln ist eine feine Sache – allerdings nur, solange Sie das Passwort kennen und das System nicht abstürzt. In beiden Fällen kann es zum totalen Datenverlust kommen. Gerade wenn Sie Daten verschlüsselt ablegen, sollten Sie sie deshalb backupen.

Mehr Sicherheit: So gehts

1. Passwortschutz

Im Auto ist die grösste Gefahr, dass der ganze Computer einem Dieb in die Hände fällt. Eine ebenso wichtige wie einfache Schutzmassnahme ist der Passwortschutz beim Aufstarten: Richten Sie Ihren Computer so ein, dass er beim Aufstarten und nach einer Arbeitspause ein Passwort abfragt.

So gehts: Zuerst müssen Sie dazu die Benutzerkonten auf Ihrem Computer und auf Ihrem Notebook mit sicheren Kennwörtern versehen, sodass niemand das System aufstarten kann, wenn er Ihr Kennwort nicht weiss. In einem zweiten Schritt müssen Sie den Bildschirmschoner dazu bringen, dieses Kennwort abzufragen. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Windows-Desktop, wählen Sie «Eigenschaften» im Kontextmenü und wechseln Sie in den Tab «Bildschirmschoner». Wechseln Sie auf einen Bildschirmschoner und aktivieren Sie das Kontrollkästchen «Kennwortschutz bei Wiederaufnahme». Wenn die schnelle Benutzerumschaltung eingeschaltet ist, aktivieren Sie zusätzlich das Kontrollkästchen «Willkommenseite bei Wiederaufnahme».

Biometrische Zutrittskontrolle
Unterwegs kann es ganz schön mühsam sein, ein Kennwort eingeben zu müssen, insbesondere dann, wenn Sie ein System während der Fahrt aufstarten wollen. Der Server im MBC ist deshalb anstelle eines Kennworts mit einem biometrischen Sicherheitssystem geschützt. Der Fahrer muss kein Kennwort eingeben, er hält einfach den Finger auf den Fingerprintsensor.

Wer einen Fingerprintsensor installiert, muss damit etwas herumspielen. Je lascher Sie den Sensor einstellen, desto eher erkennt der Sensor Ihren Finger – lässt sich aber auch eher durch einen fremden Finger oder durch einen ausgedruckten Fingerabdruck täuschen. Je strenger Sie den Sensor einstellen, desto eher können Sie sich selbst nicht mehr einloggen, wenn Sie den Finger nicht genau richtig platzieren – und vorher die Hände gewaschen haben. Schmutz stört den Server.

Biometrisch gesicherter Speicherstift
Ein Risiko bilden mittlerweile auch Speicherstifte: Die kleinen Datenspeicher eignen sich sehr gut, um unterwegs Daten darauf abzulegen. Meistens sind die Daten aber nicht geschützt. Das ist umso heikler, als die Speicherstifte oft leger an einem Bändel um den Hals getragen oder gar im Hosensack mitgeführt werden. Verschiedene Hersteller haben deshalb Speicherstifte mit eingebautem Fingerabdrucksensor auf den Markt gebracht. Die Speicherstifte geben den Zugriff auf die Daten erst frei, wenn der richtige Finger auf dem Sensor liegt.

 

2. Backup

Das schnelle Backup
Wer mit dem Auto unterwegs ist und auf seinem Notebook bloss ein paar Texte geschrieben hat, kann (und will) kein umständliches Backup mit der Bandmaschine ziehen. Sicherheitskopien der veränderten Daten sind aber gerade unterwegs sehr wichtig. Drei Tipps, wie Sie auf der grünen Wiese schnell und einfach sichere Kopien der veränderten Daten anfertigen.

Backup per E-Mail
Wenn Sie unterwegs Zugang zum Internet haben, können Sie sich veränderte Daten selbst per E-Mail zusenden, entweder an Ihren normalen Mailaccount oder auch an einen speziell dafür eingerichteten Account bei einem Gratismaildienstleister wie Yahoo. Die Daten liegen so auf dem Mailserver in Sicherheit und gehen auch dann nicht verloren, wenn Ihnen das Notebook geklaut wird. Das Backup per E-Mail eignet sich vor allem dann, wenn es sich nur um ein, zwei Texte handelt.

Backup per Speicherstift
Wenn Sie keinen Zugang zum Internet haben, sichern Sie veränderte Daten am besten schnell auf einen Speicherstift. Wenn es um Texte, Tabellen oder Präsentationen geht, reicht ein Speicherstift gut aus. Über USB 2.0 sind Datenmengen bis zu einem Gigabyte schnell auf den Stift geschrieben – da reicht sogar die Zeit dazu aus, die der Zug braucht, um im Bahnhof einzufahren. Noch einfacher geht das Sichern auf den Stift, wenn Sie unterwegs prinzipiell die Daten in einem speziellen «Work»-Verzeichnis ablegen. Das Verzeichnis lässt sich auf Knopfdruck schnell auf dem Stift speichern.

Backup per Festplatte
Grössere Datenmengen lassen sich weder per E-Mail noch per Speicherstift sichern. Abhilfe bieten da kleine USB-Festplatten, die es für ein paar Hundert Franken im Handel zu kaufen gibt. Die Daten sind allerdings nur dann schnell auf der Platte abgelegt, wenn Sie sie auf der Festplatte des Notebooks entsprechend organisieren und sie vor dem Sichern nicht erst mühsam zusammensuchen müssen. Auch in diesem Fall empfiehlt sich also das Einrichten eines speziellen Verzeichnisses für die Daten, die Sie unterwegs bearbeiten.

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