Erfahrungen - Erfahrungen aus der Praxis

Seit Wochen sind wir mit dem Mobile Broadband Car in der Schweiz und in Deutschland unterwegs.

Zusätzlich externer Stromanschluss

Stromzufuhr
Wenn das Auto fährt, werden die beiden internen Batterien gut genug aufgeladen, dass alle Systeme damit gespeist werden können. Wenn das Auto steht, werden die Autobatterien belastet – dennoch reicht das für zwei bis drei Tage autarken Betrieb. Das Solarpanel auf dem Dach sorgt für Nachschub. Bei unserem Klima mit viel Wolken kommt aber oft nur so viel Strom rein, wie im Standby-Betrieb verbraucht wird. Deshalb verfügt das Auto über einen externen Stromanschluss, der es ermöglicht, das ganze Auto etwa auf einem Campingplatz ans Stromnetz zu hängen.

Innenausbau

Innenausbau
Der Innenausbau macht uns immer wieder viel Sorgen. Der Bau eines Prototyps ist aufwendig. Viele Handwerker haben nicht mehr die Musse, sich mit Problemen auseinander zu setzen. Nach viel Tüfteln, Messen, Rechnen und Bauen lässt sich der Landrover heute wirklich als fahrbares Büro benutzen. In den Details stecken aber noch viele Teufelchen.

«Leichter Motorwagen Büro»

Landrover
Es ist ein befreiendes Gefühl, in einem so rustikalen und irgendwie unverwüstlichen Fahrzeug zu sitzen. Das unkalkulierbare und unregelmässige Rütteln des 2,95 Tonnen schweren Autos beflügelt und steht in einem seltsamen Kontrast zur kühlen Technik, die wir installiert haben. Das Auto erregt Aufsehen – gerade weil Rustikalität und Hightech scharf kontrastieren. Der Kontrast hilft uns beim Beurteilen der Computertechnik: Sie ist besser erfahrbar. Das Auto ist übrigens mittlerweile als erstes Auto in der Schweiz vorgeführt als «Leichter Motorwagen Büro».

Helligkeit unterschätzt

Helligkeit
Unterschätzt haben wir das Problem der Helligkeit unterwegs. Ohne Sonnenstoren ist es im Auto oft so hell, dass auf einem Computerbildschirm nichts mehr zu erkennen ist. Die Sonnenstoren helfen ab – solche Storen lassen sich aber nicht in jedem Auto montieren.

Seit 2004 bereit für UMTS

Die Verbindung ins Internet läuft im Moment über GSM und GPRS. Wir warten nur noch auf das UMTS-Endgerät, um das Mobilfunknetz der dritten Generation auf der Strasse auszuprobieren. Denn die Lösung mit GPRS überzeugt nicht: Sie ist zu teuer.

Mit dem MBC im Ausland

Bald gehts los: Der Mobile Broadband Car bricht zu einer grossen Europareise auf. Die Techniken für die mobile Bürokommunikation im Auto werden dann wörtlich on the Road getestet. anthrazit ist gespannt, ob sich die mobile Technik bewährt.

Den ersten Halt auf der Reise in den europäischen Norden wird der Mobile Broadband Car am Zoll in Basel einlegen – um sicherzustellen, dass die Einreise später wieder klappt (siehe Kasten). Dann steht der Norden dem MBC offen.

Mit einem Internetauto ins Ausland zu fahren, ist immer noch eine Herausforderung. Derzeit ist es in 15 Ländern möglich, sich per UMTS drahtlos ins Internet einzuklinken. Im europäischen Norden sind das Belgien, Deutschland, die Niederlande und Schweden. In allen anderen Ländern muss der MBC on the Road mit der Datenverbindung per GPRS Vorlieb nehmen oder stationär an einem Hotspot Daten auftanken.

Eine ganz andere Frage müssen sich digitale Nomaden stellen, wenn sie sich im Ausland, weit von der Basis, aufhalten: Wie lässt sich sicherstellen, dass der Nomade auch im Worst Case arbeiten kann? Also auch dann, wenn ein Notebook oder gar das ganze Auto geklaut wird?

Reisenden wird im Normalfall empfohlen, wichtige Dokumente immer bei sich zu tragen, am besten in einem Beutel, der um den Hals oder hinter dem Gürtel befestigt wird. Aber wie lässt sich das mit Passwörtern, Zugangsberechtigungen, Pins und Systemeinstellungen bewerkstelligen? Und wie lassen sich kritische Zugangsdaten innert nützlicher Frist bei einem Verlust des Notebooks auf dem Heimserver ändern? Das MBC-Team wird deshalb unterwegs mit verschiedenen E-Wallet-Lösungen experimentieren, von denen noch zu berichten sein wird.

Keine Probleme am Zoll

Die Aus- und Einfuhr von elektronischen Geräten ist kein Problem mehr. Mobiltelefon, Digitalkamera und Notebook gelten heute als persönliche Effekten und sind entsprechend zollfrei.

Wer mehr Geräte mit sich führt oder Geräte im Auto hat, die das normale Mass übersteigen, muss aber auch heute an der Landesgrenze mit Fragen rechnen. «Wenn der Beamte Zweifel hat, wird er nachfragen. Wenn die Begründung glaubhaft ist, wird niemand Schwierigkeiten haben», erklärte ein Sprecher der Oberzolldirektion gegenüber anthrazit.

Wenn Sie bei der Wiedereinreise auch mit exotischem Equipement keine Probleme haben möchten, halten Sie bei der Ausreise kurz an und fragen Sie den Zollbeamten, ob die Wiedereinfuhr der Geräte problemlos ist. Bei Bedarf bescheinigt der Beamte, dass Sie die Ware schon bei der Ausreise mit sich führten. Die Bescheinigung kann mit einem Vormerkschein erfolgen, aber auch auf der Rechnung oder auf einem ähnlichen Dokument.

Spezialfahrzeuge wie Kamerawagen oder Ähnliches, deren Ausrüstung bereits im Fahrzeugausweis vermerkt ist, müssen nicht mit Problemen an der Grenze rechnen.

Problemlos ist auch die Weiterreise im europäischen Ausland: Von Palermo bis Berlevåg bewegen Sie sich in der Europäischen Union, die bekanntlich an den innereuropäischen Grenzen die Zollschranken aufgehoben hat. Mit Zollkontrollen müssen Sie lediglich bei der Einreise auf die Britischen Inseln rechnen. Allgemeine Angaben zur Einfuhr etwa von Nahrungsmitteln, alkoholischen Getränken, Heimtieren, Pflanzen, Waffen oder Autos finden Sie auf den Merkblättern der Eidgenössischen Zollverwaltung. Die Merkblätter können Sie im Bereich «Private» unter dem Stichwort «Grenzübertritt» auf der Website der Zollverwaltung herunterladen. http://www.zoll.admin.ch

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